Ein effektives Kabelmanagement ist in einer Vielzahl von industriellen, gewerblichen und privaten Anwendungen entscheidend. Kabelverschraubungen, manchmal auch Leitungsverschraubungen genannt, spielen eine zentrale Rolle dabei, die Enden elektrischer Kabel, die in Geräte oder Gehäuse eingeführt werden, zu sichern, abzudichten und zu schützen.
Bei der Auswahl von Kabelverschraubungen ist eine der wichtigsten Entscheidungen die Wahl zwischen metallenen und kunststoffbasierten Materialien. Jedes Material bietet spezifische Vorteile und Einschränkungen, deren Kenntnis Ihnen hilft, eine fundierte Entscheidung zu treffen, die genau auf die Anforderungen Ihres Projekts zugeschnitten ist.
Kabeldurchlässe sind mechanische Armaturen, die mehrere wichtige Funktionen erfüllen:
Dichtung und Schutz: Sie gewährleisten die Integrität von Gehäusen gegenüber Staub, Feuchtigkeit und Flüssigkeiten und stellen so die Einhaltung der Schutzart (IP)-Klassifizierung sicher.
Erdung und Potentialausgleich: Bestimmte Ausführungen (insbesondere Metallverschraubungen) stellen einen elektrischen Leitungspfad zwischen der Kabelpanzerung und dem Gehäuse her und unterstützen damit die Anforderungen an die Systemerdung.
Zugentlastung: Indem sie die äußere Umhüllung des Kabels sichern, verhindern sie eine übermäßige Belastung der inneren Leiter und verringern so das Risiko von Kabelschäden oder -ausfällen im Laufe der Zeit.
Kabelmanagement: Kabelverschraubungen helfen dabei, die Kabeleinführungen zu ordnen, Unordnung zu minimieren und die Gesamtoptik sowie Sicherheit in Verkabelungssystemen zu verbessern.
Kabelverschraubungen sind in einer Vielzahl von Gewindestandards (z. B. PG, NPT, metrisch), Größen und Materialien erhältlich. Die beiden gebräuchlichsten Materialien sind Metall und Kunststoff, wobei jedes für unterschiedliche Umgebungen und Leistungsanforderungen geeignet ist.

Metall-Kabelverschraubungen werden typischerweise aus Messing (vernickelt oder unvernickelt), Edelstahl oder Aluminium hergestellt.
Zu ihren Eigenschaften gehören:
Langlebigkeit und Festigkeit
Metallverschraubungen weisen eine hervorragende mechanische Robustheit auf. Sie widerstehen Quetsch-, Schlag- und Zugbelastungen besser als die meisten Kunststoffe. Dadurch eignen sie sich ideal für anspruchsvolle und industrielle Umgebungen, in denen Kabel häufigen Bewegungen oder mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt sind.
Hohe Temperaturbeständigkeit
Metalle halten höhere Temperaturbereiche aus – oft von –40 °C bis +120 °C oder darüber hinaus –, ohne nennenswert zu verschlechtern. Dies ist entscheidend für Anwendungen mit wärmeentwickelnden Geräten oder bei Sonneneinstrahlung in Außenanlagen.
Überlegene chemische Beständigkeit
Edelstahl und vernickelte Messinglegierungen widerstehen der Korrosion durch Öle, Lösungsmittel und viele industrielle Chemikalien. Selbst in aggressiven Umgebungen (z. B. offshore oder in chemischen Verarbeitungsanlagen) behalten Metallverschraubungen ihre Dichtwirkung und strukturelle Integrität bei.
EMV-Abschirmung und Erdung
Die elektrische Leitfähigkeit von Metallkabelverschraubungen ermöglicht die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV)-Abschirmung und gewährleistet kontinuierliche Erdungswege für armierte Kabel. Dies ist entscheidend in empfindlichen elektronischen Anwendungen, bei denen Störungen minimiert werden müssen.
Zertifizierung und Konformität
Viele metallene Kabelverschraubungen erfüllen strenge Normen wie CE, RoHS, REACH und UL und eignen sich daher für Installationen in explosionsgefährdeten Bereichen.

Kosten
Metallverschraubungen sind im Allgemeinen teurer als Kunststoffalternativen, sowohl bei den Material- als auch bei den Herstellungskosten.
Gewicht
Das zusätzliche Gewicht kann bei gewichtsrelevanten Anwendungen, wie mobilen oder luftfahrttechnischen Installationen, eine Rolle spielen.
Potenzial für galvanische Korrosion
Bei Verwendung mit ungleichartigen Metallen besteht die Gefahr der galvanischen Korrosion, sofern nicht geeignete Maßnahmen (z. B. Beschichtungen oder dielektrische Trennwände) ergriffen werden.
Kunststoffkabelverschraubungen, häufig aus Polyamid (PA6/PA66) oder Polypropylen hergestellt, bieten ein anderes Eigenschaftsprofil:
Leichtgewicht und kostengünstig
Kunststoffverschraubungen sind deutlich leichter als metallische und reduzieren somit das Gesamtgewicht des Systems. Sie sind außerdem kostengünstiger und ermöglichen Einsparungen bei großflächigen Installationen oder budgetorientierten Projekten.
Elektrische Isolierung
Da Kunststoffverschraubungen von Natur aus nichtleitend sind, isolieren sie die Kabel und schließen Probleme durch unbeabsichtigte Erdung oder Kurzschlüsse aus. In Anwendungen, bei denen elektrische Isolation entscheidend ist, vereinfachen Kunststoffverschraubungen die Konstruktionsüberlegungen.
Einfache Installation
Kunststoffkabelverschraubungen weisen oft integrierte Dichtelemente (z. B. Elastomereinsätze) auf, wodurch weniger Bauteile benötigt und die Montagezeit verkürzt wird.
Korrosionsfrei
Polyamid und ähnliche Kunststoffe korrodieren nicht, weshalb sie ideal für den Außen- oder Marineeinsatz sind, wo metallische Oxidation problematisch sein könnte. Ihre Beständigkeit gegenüber UV-Zerfall (bei Verwendung geeigneter Additive) erhöht zudem die Lebensdauer in sonnenexponierten Bereichen.
Weitreichende chemische Beständigkeit
Obwohl sie nicht universell beständig wie Edelstahl sind, widerstehen viele technische Kunststoffe Wasser, schwachen Säuren, Laugen und einer Vielzahl von Reinigungsmitteln. Einige spezielle Formulierungen widerstehen sogar Kraftstoffen und Ölen.

Geringere mechanische Festigkeit
Obwohl sie für den allgemeinen Einsatz langlebig sind, können sich Kunststoffkabelverschraubungen unter hohem Drehmoment oder Schlag verformen, wodurch die Zugentlastung und Dichtung beeinträchtigt werden kann.
Temperaturbeschränkungen
Typische Betriebstemperaturen liegen bei Polyamid zwischen –20 °C und +80 °C. Eine Beanspruchung außerhalb dieser Grenzen kann zu Erweichung, Versprödung oder Dichtungsversagen führen.
Eingeschränkte EMC-Eigenschaften
Da Kunststoffdurchführungen nicht leitend sind, können sie keine elektromagnetische Abschirmung oder Erdung für armierte Kabel bereitstellen. Bei Bedarf an EMC-Konformität sind zusätzliche Komponenten erforderlich.
| Funktion | Metall-Kabelverschraubungen | Nylon-Kabelverschraubungen |
| Mechanische Festigkeit | Sehr hoch; widerstandsfähig gegen Schlag- und Quetschbelastung | Mäßig; geeignet für den allgemeinen Einsatz |
| Temperaturbereich | –40 °C bis +200 °C (oder höher) | –20 °C bis +80 °C |
| Gewicht | Schwer | Leichtgewichtig |
| Kosten | Höher | Niedriger |
| Korrosionsbeständig | Ausgezeichnet (insbesondere Edelstahl) | Ausgezeichnet (nicht korrosiv) |
| EMV-Schirmung/Erdung | Ja (leitfähig) | Nein (nicht leitfähig) |
| Chemische Resistenz | Ausgezeichnet beständig gegen Öle, Lösungsmittel und Säuren | Gut beständig gegen Wasser, schwache Chemikalien |
| Installationsleichtigkeit | Benötigt Werkzeug; Risiko von Überdrehmoment | Im Allgemeinen werkzeuglos, integrierte Dichtungen |
| Konformität (z. B. ATEX) | Weit verbreitet | Begrenzt |
Die Auswahl zwischen Metall- und Nylonkabelverschraubungen hängt von mehreren Faktoren ab:
Umweltbedingungen
Harsch, industriell oder im Freien: Metallverschraubungen werden typischerweise in anspruchsvollen, hochtemperaturbelasteten oder explosionsgefährdeten Bereichen bevorzugt.
Weniger anspruchsvolle oder korrosive Umgebungen: Kunststoffverschraubungen überzeugen dort, wo die chemische Belastung moderat ist und Gewichts- oder Kostensenkung im Vordergrund steht.
Mechanische Beanspruchung und Montage
Vibration und Bewegung: Metallverschraubungen widerstehen Vibrationen, wiederholtem Biegen und mechanischen Stößen besser.
Schnelle Montage: Kunststoffverschraubungen vereinfachen die Installation durch vormontierte Dichtungen und geringere Anzugsdrehmomente.
Elektrische Anforderungen
EMV und Erdung: Metallverschraubungen bieten Abschirmung und Durchgängigkeit der Erdung – unerlässlich für empfindliche Messtechnik, Energieverteilung und armierte Kabel.
Isolationsanforderungen: Kunststoffverschraubungen bieten eine inhärente elektrische Isolation, was in Anwendungen von Vorteil ist, bei denen keine Erdung gewünscht oder vermieden werden muss.
Regulierungs- und Sicherheitsstandards
Zertifizierung für explosionsgefährdete Bereiche: Metallverschraubungen erfüllen deutlich leichter die ATEX-, IECEx- und UL-Anforderungen für explosive Umgebungen.
Schutzart: Beide Materialien können hohe Schutzarten erreichen (IP66, IP67, IP68), aber metallische Varianten behalten ihre Schutzart oft besser unter extremen Temperaturen bei.
Budget und Lebenszykluskosten
Anschaffungskosten im Vergleich zur Lebensdauer: Zwar sparen Kunststoffdurchführungen anfängliche Kosten ein, doch Metallausführungen können aufgrund einer längeren Nutzungsdauer und geringerem Wartungsaufwand in anspruchsvollen Anwendungen langfristig niedrigere Gesamtbetriebskosten bieten.
Ästhetische und Gewichtsaspekte
In Anwendungen, bei denen Aussehen und geringes Gewicht entscheidend sind (z. B. Consumer-Elektronik, Solarpaneele), bieten Kunststoffdurchführungen eine schlanke, leichte Lösung.
Metallkabelverschraubungen bieten unübertroffene mechanische Festigkeit, hohe Temperaturbeständigkeit und elektromagnetische Verträglichkeit und sind daher in industriellen und gefährlichen Umgebungen unverzichtbar. Nylon-Kabelverschraubungen hingegen stellen eine kostengünstige, leichte und korrosionsfreie Lösung dar, die sich ideal für weniger anspruchsvolle Umgebungen eignet, insbesondere dort, wo elektrische Isolation entscheidend ist.
Ob Sie die robuste Langlebigkeit von Metall oder die Vielseitigkeit und Wirtschaftlichkeit von Kunststoff wählen – die richtige Kabelverschraubung sorgt für eine zuverlässige Kabelmanagementlösung, die Ausrüstung und Personal über Jahre hinweg schützt.
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